Was wir und was sie wollen.

September 28, 2010

Das Wohlbefinden der Tiere hat für uns höchste Priorität.“ Sagt der Präsident der „Pelztier“züchter und hat damit absolut recht. Tierschutz ist ein zentrales Interesse der tierproduzierenden Industrie. Warum sollten sie ihre Produktionsmittel schlecht behandeln? Es ist in ihrem Sinne, dass es den „Pelztieren“ halbwegs gut geht.

Tierschutzkonzessionen haben in den letzten 200 Jahren nur in absoluten Ausnahmefällen die Interessen der Tiere über den Grad hinaus gesichert, der für ihre effiziente Ausbeutung notwendig ist. Problematisieren wir also das, worum es uns eigentlich geht: Die Behandlung von Tieren als Mittel zu menschlichen Zwecken an sich; ihren Status als Produktionsmittel an sich; unabhängig von der Ausgestaltung ihrer Behandlung.

Tierschutzbemühungen und Tierschutz-„Gütesiegel“ sowie -Forderungen verleihen den Strukturen wenigstens impizit unseren „Stempel der Zustimmung.“ Die Gesellschaft bekommt außerdem signalisiert, „man kümmere sich(, also muss ich mich nicht kümmern.)“
Selbst tierschützerische Ansätze die vergleichsweise weitegehende Zugeständnisse von „der Industrie“ fordern verharren logisch darin, die Art und Weise der Ausbeutung zu kritisieren. Sie beschwören einen Konflikt zwischen tieremanzipatorischen und Ausbeutenden herauf.
Dieser Ansatz verkennt aber die Realität, dass 99,9% aller Leute sich selbst mehrmals täglich durch die Wahl ihres Lebensstils und insbesondere ihrer Ernährung aktiv an der gesellschaftlichen Konstruktion von Nichtmenschen als Ressource beteiligen. Die aktiv Ausbeutenden sind nicht die Wurzel des Problems, denn sie sind austauschbar. Diese ist in erster Linie eine Gesellschaft die genau deren Produkte nachfragt. Wenn wir es nicht nachhaltig schaffen, diese Nachfrage zu schmälern, werden Aktionen, die den Anbietenden schaden lediglich deren Austausch zur Folge haben.

Doch selbst, wirder aller Empirie, angenommen es gäbe Anlass zu glauben, dass sukzessiver Tierschutzaktivismus zur Abschaffung von Tierausbeutung führe: Die in einem Tierschutzansatz logisch enthaltene Hinnahme der Ausbeutung als solcher, wäre aus moralischen Gründen zurückzuweisen.
Die Nicht-Kooperation in allen Lebensbereichen ist keine besondere Form „persönlicher Aufopferung für die Tiere“ sondern das Allergeringste, was wir tun könnnen, wenn wir diese Tierausbeutung abgeschafft wissen wollen. Lasst uns Veganismus als eine moralische Minimalforderung propagieren. Die politischen Gegner können (und werden) hinter dieser Forderungen zurückbleiben. Doch warum sollten wir dieser Haltung irgendeine Zustimmung geben? Etwa um eines „falschen Friedens“ Willen?! Nein! Lasst uns alle Spannungen aufrecht erhalten, bis auch der letzte Käfig leer ist!

Mit der „Aufrechterhaltung der Spannungen“ meinen wir explizit keine fokussierten Angriffe irgend einer Art auf die Produzierenden. Pelzhandelnde z.B. betreiben ihr Geschäft aufgrund der ungebrochenen Nachfrage nach „bezahlbaren“ Pelzen. Sicher: Ihr Handeln ist „grundlegend falsch“ jedoch andererseits moralisch nicht von dem der Nachfragenden zu unterscheiden. Die radikalste Position ist es dementsprechend, die sie bedingenden Strukturen: das sind die nachfragenden Strukturen, zu bearbeiten. Die Parole „Feuer und Flamme der Tierindustrie!“ soll also das Feuer und die Flammen einer kreativen, veganen gewaltfreien Aufklärung meinen! Und auch nur dieses Feuer.

Lasst uns verlautbaren: „Gewaltfreiheit & Gerechtigkeit gegenüber Tieren fängt bei DIR an. DU verlangst Tierausbeutung mit DEINEM Verhalten. Und im Umkehrschluss gilt daher: The world is Vegan, if YOU want it!

Es ist einfach, es ist besser für dich & für den Planeten als auch, und das scheint uns der springende Punk: Es ist das moralisch Richtige.“

goiken

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