Schade. Die Vegane Gesellschaft verpasst nicht nur ihre Chance, einen kritischen Diskurs zu Singer anzustoßen, (wie es bspw. die asatue in einem anderen Kontext ganz gut vormacht) sondern haut stattdessen eine peinliche Beschwerde beim Presserat heraus. Ich dachte @zeitrafferin (aka Julia Seelinger) kocht Probleme auf, die wir längst überwunden hätten. Anscheinend hat sie mit ihrem Rant aber doch bei vielen einen Nerv getroffen.

Dann auch noch dieser Aufschrei, die armen Veganer_innen seien ja sooo diskriminiert. Das ist auf so vielen Ebenen Infam: Selbst wenn man kein_e Tierrechlier_in ist, erkent man leicht, dass die soziologische Zusammensetzung von Veganer_innen überhaupt nicht einer marginalisierten Gruppe ähnelt. Und es gibt eine Hand voll großartiger Tierrechtler_innen, die sehr scharf analysieren, dass das es seine guten Gründe hat und ein Problem ist, dass überwiegend bürgerliche, wirtschaftlich affluente, weiße Akademiker_innen die Basis der Veganer_innen bilden und die Theoriebildung zusätzlich überwiegend von männlichen Personen betrieben wird bei einer überwiegend weiblichen Basis. Solange wir diese Hierarchien bei uns kultivieren, sollten wir von Diskriminierung schweigen. Und auch wenn wir diese abgebaut haben, scheint es mir aus tierrechtlicher Perspektive angebracht hier Zurückhaltung in Achtung derjenigen zu üben, für die sich Diskriminierung nicht nur als ein ärgerlicher Artikel ausdrückt, sondern die Diskriminierung so erleben, dass ihre Körper und ihre reproduktiven Zyklen zu einer Ressource gemacht und konsumiert werden.

Und auch die anderen jüngsten Posts von der VGD sind bei etwas genauerem Hinsehen eigentlich nur die übliche neutierschützerische Kackscheiße: Özdemiers anthropozentrisches Vegetarismusargument. Der olle Bill Clinton, der schon vor einem halben Jahr nicht vegan war. (Er isst überwiegend pflanzlich und auch nur aus gesundheitlichen Gründen) Und dann noch die Die Fürstin, die ich mir schon gar nicht mehr angeschaut habe, weil auch so schon klar ist, was sie nicht sagen wird:

  • Sie wird nicht formulieren, dass es ein prinzipielles Problem ist, Tiere als eine Ressource zu behandeln. In anderen Kontexten sind wir bereit zuzugestehen, dass Tiere eigene Erfahrungen von der Welt haben und diese eigene Perspektive ihr Wohlergehen wichtig macht und zwar logisch unabhängig davon, ob ihr Lebenswandel für triviale menschliche Bedürfnisse einen profitablen Kurs nimmt. Sie sind, wie alle Wesen mit eigenen Erfahrungen der Welt für sich genommen wichtig und nicht, weil es jemanden nützt.
  • Sie wird nicht von der gewalttätigen Grundhaltung sprechen, die wir gegenüber Nichtmenschen an den Tag legen; Von der speziesistischen Ideologie mit der wir das weltweite Schlachten von 56 Mrd nichtmenschlichen Säugetiere und etwa einer Billion Meerestiereb pro Jahr rationalisieren, obwohl es für uns keinen besseren Grund dafür gibt, alsdass uns ihre Körper und Sekrete so wahnsinnig gut schmecken.

So und jetzt schau ich mir das Video an und werde mich „freuen“, dass ich mal wieder Recht hatte… *.*

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