Corey Wrenn recently proposed the idea that „Putting the burden of proof on vegans“ is a phenomenon that is experienced by vegan activists in a way that it isn’t in the context of other social justice movements. She introduces us to Stevie, Lindsey and Mick who all work in different movements and their work is very much appreciated by their local environments, Christine as an abolitionist vegan activist, however, experiences resistance and the a feeling that she somehow has to justify her activism.

Here is, why I don’t find this comparison to be very helpful:
The moment that Stevie will start to speak up and educate people about how capitalism and peoples uncritical consumerism brings about an ideology of indifference to the weak and in particular the homeless she will face attacks that are very similar to Christine’s experiences.

The moment that Lindsey will start to engage people on the sexist comments that she encounters on a daily basis in her bread-work as a programmer in a respectful but explicit way; In that precise moment she will be attacked in a very similar way to Christine and be asked to justify her beliefs

And finally it also appears to be true that the moment that Mick will start to engage people about how their wasteful and unsustainable usage of goods and natural resources is in his opinion a global-social issue; I that moment he will be asked to justify his belief and he will be attacked just the same way that Christine is.

From my experience *any* anti-Xist who *engages* people on their violent ideologies experiences very similar hostilities. (X ∈ {sex, race, species, class, look, age, })

Veganism anti-speciesism is in that regard really not that special amongst the others. That is of course not to say that we should stop engaging people; all to the contrary. But the experience of hostility is nothing that distinguishes us from other social justice movements, so I think we should, to some extent, „just deal with it“.

„If there is no struggle there is no progress. Those who profess to favor freedom and yet deprecate agitation […] want crops without plowing up the ground; they want rain without thunder and lightning. They want the ocean without the awful roar of its many waters.“ – Frederick Douglass: http://www.blackpast.org/?q=1857-frederick-douglass-if-there-no-struggle-there-no-progress

Actually I think you can even make an opposite argument, that vegans are in a socially privileged position and could chose to make themselves invisible in a way in which (say) an anti-racist person of color could not do in a normatively white environment, like is much of the US. From that would follow that we should show a lot more effort in „sucking shit up“ to practice solidarity and sensibility towards the struggles of others, that we want to consider our allies in our own struggle[s] against oppression.

Als abolitionistisch vegane Feministin_en stellen wir uns gegen sexistische Ansätze in den tieremanzipatorischen Bewegungen. Eine Tierrechtsposition aufbauend auf einen ethischen Veganismus als Minimalforderung, wie wir sie vertreten, enthält in ihren Begründungsstrukturen die Zurückweisung Ausbeutungsmechanismen gegen alle verletzlichen Wesen – sowohl gegen Menschen als auch gegen Nichtmenschen. Unsere Kritik am Speziesismus ist nicht mit Sexismen oder anderen Formen von Diskriminierung wie Rassismen, Klassismen, Heterosexismen, etc. vereinbar.

(Übersetzung eines Statements)

Wir sind vielen, insbesondere weiblichen, Tieraktivistinnen begegnet, die die Verwendung von Sexualisierungen zur Agitation unproblematisch finden und verschiedene Rechtfertigungsansätze dafür vorbringen. Ferner wurden andere Aktivist_innen angegriffen, die diese Praxen offen kritisiert haben. Beides ist aus unserer Sicht für eine ernsthafte emanzipatorische Bewegung inakzeptabel.

Einige Aktivist_innen verteidigen die Verwendung von Sexualisierungen mit dem Vorwurf der Prüderie, den sie gegen uns richten. Abolitionistische Veganer_innen sind mitnichten prüde! Vielmehr erkennen wir in der Art und Weise, wie Sex zum Verkauf von Waren im Patriarchat genutzt wird, eine Reduktion von Frauen auf ihre reproduktiven Fähigkeiten und einer allgemeinen Verdinglichung. Betrachte als Beispiel die Art und Weise, wie PeTA Sex für ihre Kampagnen instrumentalisiert: In ihren Materialien reproduzieren sie ausschließlich westliche Schönheitsideale, indem sie dünne, vollbusige Frauen vermarkten, die sich in einer passiven, verletzlichen Position einem (männlichen heterosexuellen) Betrachter präsentieren.

PeTAs Männerbild hingegen ist muskulös und in deren Haltung gezeichnet von Eigenschaften wie Entschlossenheit, Stärke und Souveränität. Wenn sexistische Machtverhältnisse benutzt werden um eine „Gerechtigkeitsforderung“ für Nichtmenschen zu verkaufen, zu dem Preis, ein passives, sich unterwerfendes Rollenmodell menschlicher Frauen zu zeichnen liegt für uns der Zynismus klar auf der Hand. Jede Ernsthaftigkeit von Ausbeutungsverhältnissen und Ungerechtigkeiten wird durch das Einbringen dieser billigen Stereotypen banalisiert und diese Ansätze sind weit entfernt, die zugrunde liegenden Aubeutungsverhältnisse, die sowohl Menschen als auch Nichtmenschen betreffen, anzugreifen.

Einige Aktivist_innen verteidigen die Verwendung von Sex mit dem Argument, Sexualität erlange die Aufmerksamkeit potentieller neuer Veganer_innen. Indem wir an ihr Selbstbild anknüpfen und aufzeigen wie sexy der Veganismus uns macht, würden diese motiviert vegan zu leben. Diese Auffassung ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern würde, wenn sie wahr wäre, von den eigentlichen Gründen, die eine vegane Politik motivieren sollten ablenken. Es geht uns um die Rechte von Tieren. Nicht darum, dass wir uns „sexy“ fühlen, besseren Sex haben, oder besser aussehen, als Menschen, die Tierprodukte essen; Alles Eigenschaften von denen wir alle wissen, dass die einer veganen Lebensweise weder kausal noch faktisch in irgend einer Verbindung stehen.

Veganismus sexualisierend zu bewerben, wird, wenn es nicht sogar explizit getan wird, ganz implizit gelesen werden, als eine Diät, mit der (in erster Linie Frauen) Gewicht verlieren können. Wir sollten bedenken, wie diese Botschaft auf diejenigen Veganer_innen wirkt, die sich nicht als „sexy“ identifizieren. Ihnen wird ein Versagen darin suggeriert, dass ihre Körper diesen einschränkenden Standards nicht entsprechen. Das wird diesen Personen wahrscheinlich an anderen Stellen bereits zur Genüge angetan.

Wieder beobachten wir eine klare Referenz auf ein ganz bestimmtes, einschränkendes Schönheitsideal, das (bspw. dicke) Menschen marginalisiert und Männern wie Frauen, letzteren jedoch insbesondere, schadet. Schlimmer aber noch ist in unseren Augen, dass diese Art der Agitation die Aufmerksamkeit von der eigentlichen Haltung, die für eine vegane Lebensweise spricht, ablenkt: Nämlich von der Anerkennung nichtmenschlicher Tiere als Personen.

Einige Aktivist_innen, die eine sexualisierende Bewerbung verteidigen, verneinen, dass ihr Diskurs sexistisch sei. Vielmehr „ermächtige“ er die teilnehmenden Frauen. Kritiken an den Aktivitäten erklären sie zu einem Ausdruck der Geringschätzung der Akteurinnen und weisen den Sexismusvorwurf auf diese Art und Weise an die Kritisierenden zurück; Insbesondere dann, wenn männliche Personen die Kritik vorbringen.

Wir beobachten eine „Männer sollten auf Frauen hören“-Einstellung in diesen Forderungen, die versucht die Gleichheitsforderung, für die eine feministische Position einsteht, mit einem biologistisch begründetem weiblichen Autoritarismus zu zerlegen.
Selbstverständlich erkennen wir an, dass eine Perspektive der Betroffenen (und überhaupt von Frauen) einbezogen werden sollte. Doch das heißt nicht, dass wir einer Argumentation folgen sollten, nur weil die aussprechende Person weiblich ist; Solchen Positionen einen begründeten Gegenentwurf gegenüber zu stellen ist sicher kein Ausdruck von Sexismus. Mit den Worten von bell books: „Während ich anerkenne, dass Schwesternschaft eine starkes Instrument unserer Ermächtigung ist, gilt doch, dass der Feminismus eine Theorie für alle ist.“

Betrachten wir einen Weiteren Einwand. Einige meinen, diese Kampagnen seien notwendig um die Aufmerksamkeit „normaler Menschen“ zu erlangen. Wir haben bereits angemerkt, dass diese Formen von Bewerbung, die Aufmerksamkeit vom Kernaspekt eher weg lenkt: Nämlich von dem Grundrecht verletzlicher Wesen, nicht als Eigentum behandelt zu werden.

Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erhaschen ist nicht der Weg, den wir beschreiten sollten, um eine todernste Angelegenheit, wie Gewalt gegen Schwächere, anzusprechen. In einer Gesellschaft, die diese Gewalt vielfach nicht wahr oder wenigstens nicht ernst nimmt, werden „Aufmerksamkeit-um-jeden-Preis“-Ansätze eher dazu beitragen, die unerträgliche und allgegenwärtige Gewalt weiter zu banalisieren. PeTAs sexistische Kampagnen bekommen zweifelsohne Aufmerksamkeit, doch in erster Linie ist das eine Aufmerksamkeit für PeTA; Nicht für die Betroffenen von Gewalt. Es ist eine Strategie des Marketings, die darauf ausgerichtet ist, Personen auf PeTA derart aufmerksam zu machen, dass die Spenden stetig fließen. (Und schau! Es funktioniert: Wir sprechen über PeTA… Wir konnten diesen Text unmöglich veröffentlichen, ohne den uns als relevantesten erscheinenden Akteur klar zu benennen.)

Weiterhin beunruhigend scheinen uns Video-Kampagnen, die Sex und Dokumentation von Gewalt gegen Tieren nebeneinander stellen, offenbar erstellt, um die Aufmerksamkeit junger heterosexueller Männer zu gewinnen und über die Arten und Weisen der Benutzung von Nichtmenschen zu informieren. So werden etwa PeTAs Jahresrückblicke (2007,2008,2009,2010) regelmäßig von strippenden Frauen (die ein ganz bestimmtes und oben beschriebenes Frauenbild wiedergeben) vorgetragen, deren Darstellungen sich unmittelbar Gewaltdarstellungen von Tieren anschließen. Wir verstehen nicht, so sehr wir uns bemühen: Welche (emanzipatorischen) Denkprozesse oder Veränderungen sollen diese auf der einen Seite sexuell erregenden und auf der anderen Seite klar Gewalttätigen Bilder bei den betrachtenden Männern auslösen?

Doch diese Klasse von Kampagnen, die im Wesentlichen auf dem Verkauf von Sex und „Schönheit“ aufbauen, sind nicht die einzigen sexistischen Elemente in der Tierbefreiungsbewegung. Exemplarisch bemerken wir, einen subtilen Sexismus in bspw. den Antipelzkampagnen: Indem wir einen Fokus auf das Produkt „Pelz“ setzen, implizieren wir nicht nur, dass es einen de facto nicht zu rechtfertigenden moralischen Unterschied zwischen Pelz und etwa Leder, Wolle, Seide oder anderen tierlichen Kleidungsstücken gebe, sondern wir heben auch solche Menschen als „besonders schuldig“ hervor, die Pelzprodukte tragen.

Der meiste Pelz in unserer Gesellschaft wird von Frauen getragen. Effektiv isolieren solche Kampagnen die Täterinnenschaft von Frauen und setzen dadurch die davon moralisch ununterscheidbare Kooperation mit Tierausbeutung, wie sie von Personen aller Gender praktiziert wird, herab. Kurz: Was nützt es, auf eine alte Dame im Pelz mit dem Finger zu zeigen und gleichzeitig einen Biker im Leder Outfit zu ignorieren.

Wir weisen zuletzt auf Rolle der Kategorie Gender bei der Betrachtung von Tierausbeutung hin: Tiere, die speziell für Milch oder Eier ausgebeutet werden sind objektifizierte Frauen deren reproduktiver Zyklus zu einer Ware gemacht wird. Sie werden wiederholt geschwängert, teilweise für die Milchproduktion systematisch und wiederkehrend vergewaltigt und von ihren Kindern getrennt, was für uns eine unerträgliche Gewalt und Ungerechtigkeit gegen Mütter und Kinder darstellt. Säugetiere und Vögel werden praktisch ausnahmslos getötet sobald, ihre reproduktiven Fähigkeiten erschöpft sind und ihre Haltung für die Besitzer_innen nicht mehr profitabel ist. Weitere weibliche Tiere diverser Spezies werden von Menschen als Reproduktionsmaschiene benutzt, um „Wurf“ für „Wurf“ zu produzieren. Ihre Körper werden beseitigt, sobald sie diesen Zweck nicht mehr erfüllen.

Wir sind nicht überrascht, dass sich in unserer speziesistischen Gesellschaft, in der Nichtmenschen Eigentum sind, de Begriffe „Feminismus“ und „Sexismus“ praktisch nie auf nichtmenschliche Betroffene bzw. Freiheitskämpfe von Nichtmenschen beziehen. Wir als abolitionistische vegane Feminist_innen sehen die Ausbeutung dieser tierlichen Fraulichkeit an der Schnittstelle der Stränge unserer Aufklärungsarbeit und wir sind befremdet von Menschen, die sich als (ovo/lacto/pesco) Vegetarisch aus „feministischen Gründen“ definieren. – Wenn wir annehmen, dass der Konsum von Tierlichen Körpern falsch ist, weil er mit einer Behandlung von Frauen „wie Fleisch“ strukturell identisch ist, dann würden wir erwarten, dass eine solche Person auch die strukturelle Verwobenheit in der Unterdrückung von Frauen anerkennt, die zu einer Ausbeutung tierlicher Reproduktionszyklen führt.

Feminismus ist für alle, und das schließt Nichtmenschen ein. Als Vertreter_innen einer Tierrechtsposition ist es unsere Verantwortung, Ausbeutung und Unterdrückung aller Wesen zu benennen und anzugreifen. Das tun wir durch entschlossene, kreative und gewaltfreie Aufklärungsarbeit. Wir können nicht ernsthaft erwarten, zur Ausbeutung von Nichtmenschen über eine Marginalisierung unserer Mitmenschen auch nur einen minimalen Beitrag zu leisten.

Wir fassen zusammen: Der Ausverkauf unserer Körper ermächtigt uns nicht, auch nicht, wenn wir damit meinen für Veganismus oder ein beliebiges Politikum zu werben. In einer Bewegung, die für soziale Gerechtigkeit einsteht, sollten wir grundsätzlich keine sexistischen Methoden verwenden. Ausbeutung aller verletzlichen Wesen ist interdependent. Eine Überwindung von Speziesismus, ist nicht vorstellbar ohne ein aufrichtiges Bekenntnis zur Überwindung von Sexismus.

Als Addendum noch ein Hinweis auf das Statement der Antispe Tübingen zum Frauentag.

%d Bloggern gefällt das: